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Weisser Schweizer Schäferhundeklub Österreich
gegr. 1988

Einzige Verbandskörperschaft für Weiße Schweizer Schäferhunde im ÖKV (FCI)

In Memoriam Dieter Modl

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Am 05.07.2011 hat die FCI Generalversammlung die endgültige Anerkennung des BBS beschlossen. 2 Jahre nachdem WSÖ Präsident Dieter Modl verunglückt ist, wurde der Weisse Schäfer von den „vorläufigen“ in den „endgültigen“ Status als eigenständige Rasse gehoben. Dieter Modl hat massgeblich zu diesem internationalem Erfolg beigetragen …

 

Dieser, von Dieter Modl 1987 kreierte Spruch, der mittlerweile auf unzähligen in- und ausländischen Homepages von WS Züchtern zu lesen ist und auch die Startseite der WSÖ-Homepage (www.weisse-schaefer.at) ziert, verdeutlicht augenscheinlich die Liebe und innige Beziehung, die den verstorbenen Präsidenten des Weißen Schweizer Schäferhundeklub Österreichs mit „seiner“ Rasse 22 Jahre lang verbunden hat. Diese innige Beziehung, gepaart mit der,  wie es Hr. Dr. Kreiner, Präsident des ÖKV, treffend ausdrückte, sprichwörtlichen oberösterreichischen Hartnäckigkeit, war es auch, die ihm über all die Jahre die Kraft spendete für die Rasse und insbesondere für die nationale und internationale Anerkennung der Rasse über viele Jahre im In- und Ausland zu kämpfen.

 

RÜCKBLICK:

 

Die Entscheidung in der Familie, einen Amerikanisch-Kanadisch Weißen Schäferhund, wie die Rasse damals, 1987, genannt wurde, zu kaufen, ist nicht leicht gefallen, erinnert sich Dieter Modl. Weiße Schäferhunde waren damals in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, noch weitgehend unbekannt und nur durch ein Inserat eines deutschen Züchters in einer Fachzeitschrift wäre seine Frau Pia auf diese Rasse aufmerksam geworden. Kurze Zeit später vergrößerte der am 28.05.1987 geborene AC-Weiße Schäferhundrüde „Wayn-Condor von Ronanke“, der rund 12 Jahre später mit der ÖHZB Nr. WS 1 ins Österreichische Zuchtbuch eingetragen wurde, die damals 5-köpfige Familie von Dieter und Pia Modl. Töchterchen Iris, damals 14, sowie die beiden Söhne Roland und Rainer, je 8 Jahre alt, waren ebenfalls überglücklich und stolz, ab nun auch einen „weißen Eisbären“ in ihren Reihen zu haben.

 

So lieb und toll der Neuankömmling auch war, die Tatsache, dass die Rasse damals weder vom ÖKV noch von der FCI anerkannt war und der Hund „nur“ Papiere eines nicht anerkannten, deutschen Rassespezialvereines besaß, stellte doch einen kleinen Wehrmutstropfen dar. Schließlich wollte man doch einen anerkannten Rassehund“ besitzen und diesen auch auf diversen ÖKV Veranstaltungen und insbesondere auf Ausstellungen vorführen. So wurden von Dieter Modl Kontakte zu Leuten geknüpft, die kynologische Erfahrung besaßen und Tipps gaben, wie man zielgerichtet einen Zugang zum ÖKV und dessen Entscheidungsträgern herstellen konnte. Einer jener Unterstützer wurde hier in Ing. Robert Luft aus Linz gefunden, der einerseits von Wayn-Condor, seinem Aussehen, seinem Charme und seinem Charakter begeistert war, und andererseits davon überzeugt war, dass diese neue Rasse auch einen Platz im ÖKV haben sollte. Seiner Initiative war es zu verdanken, dass Wayn-Condor von Ronanke als erster Weißer Schäferhund dem ÖKV/FCI Zuchtrichter Dr. Schleger bei der IHA Tulln im Jahre 1987 „außer Konkurrenz“ vorgestellt werden durfte.

 

Von nun an war klar. Es musste ein Weg gefunden werden, der die Anerkennung der Rasse zum Ziel hatte und es musste eine Strategie entworfen werden, wie dieses Ziel zu erreichen war. Heute, 20 Jahre später, wissen wir, dass Dieter Modl der richtige Mann für diesen Job war, denn kaum ein anderer hätte dieses Ziel mit einer derart hartnäckigen Verbissenheit verfolgt wie er.  Grundsätzlich ist es schon ungeheuer schwierig, eine neue Rasse anerkannt zu bekommen, beim Weißen Schäferhund jedoch war es umso schwieriger, weil er auf die selben Ahnen wie der Deutsche Schäferhund zurückgeht und sich daher die gesamte Diskussion nicht nur aus kynologischer Sicht sondern auch aus vereinpolitischen Überlegungen problematisch gestaltete. Geholfen hat hier letztlich die Tatsache, dass die „neue Rasse“ bereits seit Jahrzehnten in den Staaten und in Kanada getrennt vom Deutschen Schäferhund gezüchtet wurde und sich durch die Verfolgung anderer Zuchtziele doch bereits erhebliche rassespezifische Unterschiede herauskristallisiert haben. Erst in den siebziger- und achtziger Jahren wurden die ersten Tiere nach Europa importiert und ab 1982 mit der planmäßigen Zucht in Deutschland begonnen.

 

Die Gründung des Rasseklubs „ACWSÖ - Bundesverein für Amerikanisch-Kanadisch Weiße Schäferhunde in Österreich“ im Jahre 1988 durch Dieter Modl war der erste Meilenstein auf dem langen Weg der Anerkennung. Bereits ein Jahr später, am 03.07.1989, schickte Dieter Modl den ersten Antrag mit dem Ersuchen an den ÖKV, die neue Rasse national anzuerkennen und „seinen“ Verein als Verbandskörperschaft aufzunehmen. Dieser Antrag wurde, wie auch alle anderen, die Jahr für Jahr folgten, vom ÖKV abgelehnt. Erst 10 Jahre später, am 26. Juni 1999, wurde dieser lang ersehnte Traum erfüllt und der ÖKV beschloss die nationale Aufnahme der Rasse unter der Bezeichnung „Weißer Schäferhund“, womit eines der wichtigsten Ziele, die sich Dieter Modl gesetzt hatte, erfüllt wurden. Die Aufnahme des Vereines „WSÖ - Weißer Schweizer Schäferhundeklub Österreich“ wie der Verein mittlerweile bezeichnet wird, erfolgte ein Jahr später und nach weiteren drei Jahren „Beobachtungszeitraum“ wurde dem von Dieter Modl nach wie vor geführten Verein die Zuchthoheit vom ÖKV übertragen. Dieter Modl war am Ziel.

 

Dieter Modl kannte den Aufbau und die Entwicklung der Rasse von der Stunde Null, und insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass er unmittelbar nach Anerkennung der Rasse die Richterausbildung im ÖKV absolvierte und aufgrund seines Fachwissens um die Rasse ein gerne eingeladener Rassespezialrichter in ganz Europa war.

 

Seine vielfältigen Kontakte nutzte er aber auch, um die angestrebte, internationale Anerkennung der Rasse durch die FCI voranzutreiben. Bereits im Jahre 1996 wurden über seine Initiative mehr als 4000 Unterschriften mit denen um die Anerkennung der Rasse durch die FCI geworben wurde, in Deutschland und Österreich gesammelt. Mit Genehmigung des FCI Präsidenten Hr. Hans Müller konnte Dieter Modl diese Petition mit all den vielen Unterschriften im Beisein einer Delegation aus Deutschland dem damaligen FCI Exekutivdirektor Hr. van Meerle im Rahmen der IHA Bern 1996 übergeben.  Ein eindrucksvoller Beweis, wie notwendig und wichtig die internationale Anerkennung der Rasse mittlerweile geworden war und wie viele Liebhaber der Rasse hier mobilisiert werden konnten. Weiters gründete Dieter Modl 2002 in Deutschland das „Komitee zur Anerkennung der Rasse“ dessen Profil die Vertiefung und Intensivierung der Gespräche mit dem VDH zum Inhalt hatte.

 

All diese vielfältigen Bemühungen trugen mit dazu bei, dass auch die Entscheidungsträger der FCI endlich grünes Licht für eine internationale Anerkennung der Rasse gaben. Auch hier konnte Dieter Modl etliche Manuskripte und Reportagen für den Anerkennungsantrag bereitstellten und so wurde der Weiße Schäferhund mit 01.01.2003 als VORLÄUFIG (wie es das FCI Statut vorsieht) eigenständige Rasse international anerkannt. Da der Anerkennungsantrag von der schweizerischen SKG eingebracht wurde, wurde nun die Schweiz als standardführendes Land bestimmt und die Rassebezeichnung mit Berger Blanc Suisse (abgekürzt „BBS“) festgelegt.

 

Doch diese vielen in kynologischer Sicht bedeutsamen Erfolge waren für den sich weltweit am längsten im Amt befindlichen „BBS Präsidenten“ noch lange kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. 2004 lud er alle Vorsitzenden der mittlerweile in Europa entstandenen BBS-Rasseklubs nach Österreich ein, und es wurde über seine Initiative der internationale Weltverband „BBI - Club de Berger Blanc Suisse International“ gegründet. Heute sind dem BBI bereits 9 Länder angeschlossen und zwar die Rasseklubs aus

- Deutschland

- Frankreich

- Belgien

- Italien

- Tschechien

- Slowakei

- Spanien

- Argentinien

- Österreich

Ziel des in Österreich behördlich registrierten Verbandes, dem ebenfalls Dieter Modl als Präsident bis zu seinem Tode vorstand, ist die züchterische Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, die jährliche Abhaltung des „BBI Cup of Nations“ (BBI World Winner Show und BBI World Championship), sowie die Betreibung einer gemeinsamen Homepage (www.berger-blanc-international.com) Der Cup of Nations wird jährlich in einem anderen Land abgehalten und fand bisher in Deutschland, der Slowakei und in Tschechien statt. 2009 ging er am 26. und 27. September in Dijon (Frankreich) über die Bühne und zu diesem Mega Event waren rund 350 Berger Blanc Suisse aus ganz Europa anwesend (Leider war es Dieter Modl durch seinen plötzlichen Tod nicht mehr vergönnt an seinem Herzblut teilzunehmen).

 

Im WSÖ, feierte man im abgelaufenen Jahr das 20-jährige Jubiläum im Rahmen der schon traditionellen und jährlich stattfindenden „Alpentrophy“, die 2008 zum 14. Male abgehalten wurde. 112 Berger Blanc Suisse aus 11 Nationen verwandelten den SVÖ Abrichteplatz Aurach in ein Eldorado für Weiße Schäferhunde, und es war für den WSÖ Präsidenten Dieter Modl eine besondere Ehre, bei dem tags zuvor stattgefundenen Jubiäums-Galaabend auch den ÖKV Präsidenten, Hr. Dr. Michael Kreiner begrüßen zu dürfen. Die mehr als 100 anwesend gewesenen Ehrengäste, Vereinsmitglieder, und Freunde aus dem In- und Ausland ließen sich begeistert durch das umfangreiche Rahmenprogramm führen, bei dem unter anderem auch eine 20-minütige PowerPoint Präsentation mit dem Titel „20-Jahre WSÖ, die Zucht von Anbeginn bis heute“ gezeigt wurde. Standing Ovations mit nicht enden wollendem Applaus war der Ausdruck der vielen Zuschauer für diese Rasse-Biographie, die von Dieter Modl in monatelanger Arbeit ausgearbeitet und zusammengestellt wurde. Den Höhepunkt fand diese tolle Veranstaltung schlussendlich in einer bewegenden Rede des ÖKV Präsidenten, in der er die Verdienste des WSÖ Präsidenten Dieter Modl und seines Vereines unterstrich und ihm für seine jahrelangen Bemühungen und Verdienste um die Rasse dankte. Als krönenden Abschluss überreichte ihm Dr. Kreiner das ÖKV Ehrenzeichens in Silber mit Goldkranz samt einer repräsentativen Ehrenurkunde.

 

Seither ist der „WSÖ“ ein sicherer und verlässlicher Partner des ÖKV und kann auf eine hervorragende züchterische Entwicklung verweisen. Verantwortungsvolle, kompetente Züchter, welche die Zucht aus Liebe zur Rasse betreiben, sind das Rückgrad „unseres“ Vereines, allen voran seine Gattin Pia Modl, die sich mit dem Kennel „of White Condor“ weit über die Grenzen Europas einen klingenden Namen gemacht hat. Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass rund 10 Jahre nach der Anerkennung, der 1000. Weiße Schäferhund ins ÖHZB eingetragen werden konnte.

 

Im Juli 2011, rund 2 Jahre nach Dieter Modls Tod, ist der Meilenstein in der Geschichte des Weißen Schäferhundes erreicht. Die FCI Generalversammlung hat in Paris die endgültige Anerkennung des
Berger Blanc Suisse
als neue Rasse erteilt.

In diesem Sinne noch ein DANKE an unseren verstorbenen Präsidenten Dieter Modl
für sein großes Engagement und die Verdienste um unsere Rasse.
Ohne ihn wäre die Anerkennung als Rasse nicht gelungen.

 

In Memoriam Dieter Modl,
Präsident von 1988 - 2009

 

 

Weitere Links:

>> Bilderreise: Hommage an Dieter Modl

>> (vorläufige) Internationale Anerkennung des "Berger Blanc Suisse" vom FCI - Vorstand beschlossen

 

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